Verschlossene Herzen
Aber
die Menschen hatten ihre Herzen verschlossen mit riesigen Schlössern.
Hass, Neid, Unvernunft und Böswilligkeit saßen schwer auf
ihren Herzen. Umsonst gingen die Engel vom einen zum andern:
die Herzen öffneten sich nicht, und sie konnten die göttlichen
Geschenke, nicht austeilen.
Die große Mutter sah es und wurde unendlich traurig. Sie ahnte, man wird Plage mit den Menschen haben. Elend und Not stürmen über sie her. Hass wird herrschen in ihren Häusern, und die Erde wird laut sein von Klage und Jammer.
Und wie sie da betrübt und traurig saß, kam plötzlich der vierte Engel zu Ihr und sagte:
"Schau, große Mutter, du hast Güte, Liebe und Frieden verschenkt, aber meine Engelsgefährten können nichts damit anfangen; solange die Herzen der Menschen verschlossen sind. Gib mir die Wälder, die da unten sind, und ich werde die Menschenherzen wieder öffnen!"
"Versuche es", antwortete die Göttin und lächelte. Und das war so, wie wenn der Sonnenschein über die Wolken strahlt. "Versuche es, mein Kind. Dir sollen die Wälder gehören."
Der Engel bedankte sich - weil er ein gut erzogener Engel war - und flog sofort zu den Wäldern hinunter. Er stieg auf eine Lichtung hinab und sah sich um. Finster und regungslos standen die Bäume, ohne jedes Zeichen des Lebens.